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René de Beer CEO
Das Spritzgießen ist eines der am häufigsten verwendeten Fertigungsverfahren für Kunststoffteile, aber was macht dieses Verfahren so geeignet für die technische Serienfertigung?
Beim Spritzgießen werden Kunststoffgranulate geschmolzen und unter hohem Druck in ein geschlossenes Werkzeug gespritzt. Dieses Werkzeug enthält einen Hohlraum in der Form des gewünschten Produkts. Nach dem Abkühlen öffnet sich das Werkzeug und das Bauteil wird ausgeworfen – bereit für den Einsatz.
Die Zykluszeit liegt, abhängig von Material und Wandstärke, in der Regel zwischen 10 Sekunden und einer Minute. Was das Verfahren für technische Anwendungen so attraktiv macht, ist die Kombination aus hoher Wiederholgenauigkeit, engen Toleranzen und der Möglichkeit, komplexe Geometrien in einem einzigen Schritt herzustellen. Sobald ein Werkzeug einmal gebaut und validiert ist, ist der Stückpreis bei größeren Serien außergewöhnlich niedrig.
Das Spritzgießen eignet sich hervorragend für die Fertigung von Bauteilen in mittleren bis sehr großen Serien, bei denen hohe Anforderungen an Maßgenauigkeit und Oberflächenbeschaffenheit gestellt werden. Das Verfahren lässt sich für eine enorme Vielfalt an Materialien einsetzen, von Standard-Polyolefinen wie PP und PE bis hin zu hochwertigen technischen Kunststoffen, und ermöglicht nahezu jede gewünschte Geometrie, sofern die Konstruktion die formtechnischen Einschränkungen berücksichtigt.
Für Kleinserien oder Prototypen sind alternative Verfahren wie 3D-Druck oder CNC-Fräsen oft kostengünstiger. Sobald die Stückzahlen jedoch steigen, ist das Spritzgießen in Bezug auf die Stückkosten kaum zu übertreffen.
Seriengröße: Spritzgießen ist ab einigen Tausend Stück pro Jahr rentabel
Komplexität: Mit der richtigen Formtechnik ist nahezu jede 3D-Form möglich
Materialvielfalt: von PP und ABS bis hin zu PEEK und PPS
Oberflächenqualität: sofort spritzgießfertig, oft ohne Nachbearbeitung
Die Wahl des richtigen Werkstoffs ist entscheidend für die endgültigen Eigenschaften des Bauteils. Faktoren wie mechanische Beanspruchung, chemische Umgebung, Temperaturbeständigkeit und ästhetische Anforderungen bestimmen die Werkstoffauswahl.
Parallel dazu bestimmt die Formenkonstruktion die Herstellbarkeit: Die Anzahl der Kavitäten, das Kühlsystem, der Angusspunkt und das Auswerfersystem haben alle direkten Einfluss auf Qualität, Zykluszeit und Selbstkostenpreis. De Beer Plastics bringt sich bereits in der Entwurfsphase aktiv ein, um Engpässe frühzeitig zu erkennen und kostspielige Anpassungen im späteren Verlauf des Prozesses zu vermeiden.
Einer der größten Vorteile des Spritzgießens ist die hervorragende Reproduzierbarkeit. Sofern der Prozess korrekt eingestellt und überwacht wird, sind die Abweichungen zwischen den Bauteilen minimal, selbst nach Millionen von Zyklen. Moderne Spritzgußmaschinen sind mit Prozessüberwachungssystemen ausgestattet, die Druck, Temperatur und Füllverhalten in Echtzeit erfassen. Abweichungen werden sofort gemeldet, wodurch die Qualitätssicherung automatisiert und zuverlässig erfolgt. Für technische Anwendungen in der Automobil-, Medizin- oder Elektronikindustrie ist diese Prozesskontrolle oft eine zwingende Voraussetzung.
Moulding challenges into Reality

